Barrierefreiheit geht alle an

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Die barrierefreie Gemeinde” – Informationsnachmittag bietet Handwerkszeug für Gemeinden und Städte im Landkreis

Werbeschilder in der Fußgängerzone, Treppenstufen ins Rathaus oder ein Geldautomat mit Touchscreen – Barrieren im öffentlichen Raum machen den Alltag für Menschen mit Einschränkungen manchmal schwierig. Letzteres z.B. für Menschen mit Sehbehinderung.

Barrieren abbauen im öffentlichen Raum – das haben sich mittlerweile schon viele Gemeinden und Städte im Landkreis Bad Kissingen auf die Fahnen geschrieben und erste Schritte getan. Sich über weitere Möglichkeiten schlau machen und austauschen wollen weiterhin viele – daher war der Fachnachmittag in Bad Kissingen gut besucht. Rund 50 Vertreter aus den Kommunen – darunter Bürgermeister, Räte, Seniorenbeauftragte und Mitarbeiter der Bauverwaltung – informierten sich.

„Wichtig aber ist eine Strategie und keine Salamitaktik.” Das betonte Daniela Kircher, Bauoberrätin bei der Regierung von Unterfranken beim Fachnachmittag „Die Barrierefreie Gemeinde – Leitfaden und Checklisten”. Eingeladen hatte Landrat Thomas Bold. Die Teilnehmer des Fachnachmittags bekamen wichtige Impulse, wie das Thema „Die barrierefreie Gemeinde” nicht nur richtig anpackt, sondern auch immer wieder nachgehalten werden kann.

Vorgestellt wurde der Leitfaden „Die barrierefreie Gemeinde”, herausgegeben vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr – ein sehr gelungenes Handwerkszeug für die Umsetzung in die Praxis. Außerdem berichtete Armin Kraus von der Bayerischen Architektenkammer über die gesetzlichen Grundlagen zur Barrierefreiheit bei öffentlichen Bauvorhaben. Antje Rink vom Projektmangement „Demographie” des Landkreises Bad Kissingen stellte schließlich die drei Checklisten vor, die extra für engagierte Bürger, Senioren und Behindertenvertreter zusammen mit dem Kreisverband des VdK erarbeitet wurden und das Aufzeigen von Barrieren in der Gemeinde erleichtern sollen. „Die Checklisten können als Instrument zur Bürgerbeteiligung benutzt werden, wenn Gemeinden das Thema Barrierefreiheit strategisch angehen wollen. Die Checklisten können aber auch als Orientierung für eine Ortsbegehung genutzt werden”, heißt es vom Projektmangement „Demographie”.

Das bestätigte auch der dritte Referent des Nachmittages, Eberhard Grünzinger vom VdK, Abteilung Ehrenamt und Soziale Praxis. Er war extra aus München angereist und ermutigte alle Anwesenden zur Nutzung von Checkliste und Ortsbegehung, um das Thema Barrierefreiheit in der Gemeinde zu verankern. „Wichtig ist, auch Betroffene dazu zu holen. Zum Beispiel Menschen mit Geh- und Sehbehinderung. Denn was für Gehbehinderte vielleicht barrierefrei ist, kann für Sehbehinderte erst zur Barriere werden. Man lernt, Kompromisse zu machen.” sagte Grünzinger bei seinen Ausführungen.

2017 soll es eine Bilanzveranstaltung geben und die Erfahrungen bei der Anwendung der Checklisten und der Durchführung von Ortsbegehungen ausgewertet werden.

Die Checklisten stehen ab sofort zum Download zur Verfügung auf der Seite des Landkreises unter Zukunft gestalten/ Regionalmanagement/ Projektmanagement Demographie im Fokus. Der Leitfaden des Staatsministeriums kann als Broschüre bestellt oder ebenfalls auf der Seite des Staatsministeriums heruntergeladen werden.

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